Seine Küche denkt vom Ursprung her – von dem, was wächst, was duften darf, was eine Landschaft erzählt. Mädesüß ist für ihn kein Beiwerk, sondern ein leiser Taktgeber. Ein Spiel aus Texturen und Gegensätzen: warm und knusprig, weich und fließend, erdig und floral. Das feine Nest aus goldbraunem Kataifi hält ein pochiertes Wachtelei, das beim ersten Schnitt sanft nachgibt. Darunter: eine cremige Tiefe aus Blumenkohl, getragen von Vanille, Zitrone und leiser Würze. Und dann dieser Kontrast – Störkaviar, salzig, klar, fast präzise. Und Mädesüß. Unaufgeregt. Unerwartet. Genau dazwischen.

Zubereitung Blumenkohlcreme

Ingwer-, Knoblauch- und Zwiebelwürfel salzen und mit Sonnenblumenöl und Butter in einem Topf mindestens 10 Minuten glasig anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen und mit Milch und Sahne aufgießen. Die Flüssigkeit fast vollständig einkochen lassen, dabei immer wieder rühren.

Inzwischen die Blumenkohlröschen mit Vanille in Butter leicht rösten, salzen und mit Zitronensaft ablöschen. Den Blumenkohl gemeinsam mit dem Zwiebelansatz im Thermomix fein mixen. Crème fraîche hinzufügen, nochmals mixen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Zubereitung Blumenkohl

Blumenkohl in feine Scheiben schneiden. Wasser und Ahornessig (1:1) mit etwas Zucker und Salz kurz aufkochen, heiß über die Blumenkohlscheiben geben und wenige Minuten ziehen lassen.

Den wilden Brokkoli, 30 Sekunden in Erdnussöl frittieren und danach etwas salzen.

Romanescoröschen und Blumenkohlröschen mit etwas Salz blanchieren.

 

Zubereitung Wachtelnest

Die Hände mit Butter fetten, Kataifiteigfäden um zwei Finger wickeln und somit kleine Nester drehen. Die Kataifiteignester mit Wachtelei bepinseln, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und im vorgeheiz- ten Backofen bei 180 °C (Heißluft) ca. 10 Minuten goldbraun backen.

 

Zubereitung pochierte Wachteleier


Wachteleier vorsichtig mit einem kleinen Messer aufschlagen und jeweils einzeln auf einen tiefen Löffel gleiten lassen.

Wasser mit Apfelessig zum Kochen bringen, salzen und mit einem Kochlöffel darin kreisen, um einen Strudel zu erzeugen. Nun jedes Wachtelei einzeln vorsichtig mit dem Löffel ins Wasser gleiten lassen, dabei umschließt das Eiweiß durch die Drehung im Wasser das Eigelb. Ca. 30 Sekunden ziehen lassen, dann das pochierte Ei mit einem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

 

Anrichten

Blumenkohlcreme in die Mitte einer Schale platzieren. Mandeln und heiße Kataifiteignester daraufsetzen, jeweils ein pochiertes Wachtelei in die Mitte geben und mit Fleur de Sel und Pfeffer würzen. Blumenkohl- und Romanescoröschen sowie wilden Brokkoli um das Nest anrichten.

Blumenkohlscheiben mit Essigsud marinieren und auf dem Teller verteilen. Zum Schluss mit Mädesüß, restlichen Ahornessig betreufeln und Störkaviar garnieren.

ÜBER DEN KOCH

Vitus Winkler

Was macht den Genuss erst so einzigartig und unvergesslich? Es ist die Geschichte, die einem erzählt wird – die einen gefangen nimmt und einem verrät, wie viel Aufwand der Erzähler betrieben hat, um einen derart zu begeistern. Geschichten auf solch hohem Niveau zu präsentieren gelingt nur den Wenigsten. Einer davon ist Vitus Winkler, dessen Kochkunst mit 2 MICHELIN Sternen gekrönt wird.
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